Ratgeber

Aufgaben des Jugendleiters im Sportverein

Der Jugendleiter organisiert die Jugendabteilung: Er sorgt für Mannschaften und Trainer, verteilt Trainingszeiten und Plätze mit, hält den Kontakt zu Eltern und Verband und vertritt die Jugend im Vorstand. Welche Rechte er hat und ob er gewählt wird, regeln eure Satzung und die Jugendordnung des Vereins.

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8,4 Std.im Monat für die Jugendleitung im Schnitt (Sport­entwicklungs­bericht 2013/14)
12,3 %der Ehrenamtlichen im Sportverein sind unter 30 – ein Fünftel weniger als 2019 (SEB 2023–2025)
§ 72a SGB VIIIFührungs­zeugnis für Betreuer nach Vereinbarung mit dem Jugendamt

Die wichtigsten Schritte im Überblick

1. Mannschaften für die neue Saison planen

Welche Altersklassen meldet ihr, wie viele Kinder hat jeder Jahrgang, braucht es eine Spielgemeinschaft? Die Meldefristen setzt euer Verband – plant rückwärts von dort.

2. Für jede Mannschaft Trainer finden

Jede Mannschaft braucht mindestens eine verantwortliche Person, besser zwei. Sprecht Eltern und ehemalige Spieler persönlich an und arbeitet Neue so ein, dass sie am ersten Abend wissen, wo und wann es losgeht.

3. Trainingszeiten und Plätze mitverteilen

Kinder brauchen frühe Zeiten, Jugendliche oft mehr Fläche. Sitzt bei der Verteilung mit am Tisch, bevor die Plätze vergeben sind – nicht danach.

4. Kinderschutz verankern

Klärt, wer ein erweitertes Führungszeugnis vorlegt, wer Ansprechperson ist und was im Verdachtsfall passiert. Grundlage sind eure Vereinbarung mit dem Jugendamt und euer Schutzkonzept (§ 72a SGB VIII).

5. Eltern informieren und einbinden

Termine, Fahrdienste, Turniere, Helfer fürs Jugendturnier: Wer Eltern früh und an einem festen Ort informiert, bekommt Unterstützung statt Rückfragen.

6. Die Jugend im Vorstand vertreten

Der Jugendleiter bringt die Anliegen der Jugend in den Vorstand: Geld für Bälle und Trikots, Hallenzeiten, Freizeiten. In vielen Vereinen sitzt er dafür im erweiterten Vorstand.

Was macht ein Jugendleiter im Verein?

Der Jugendleiter ist die Person, bei der in der Jugendabteilung die Fäden zusammenlaufen. Er hält die Mannschaften am Laufen, sorgt dafür, dass jede einen Trainer hat, und ist Ansprechpartner für Eltern, Trainer, Vorstand, Verband und Schulen. Er plant die Saison, organisiert Turniere und Freizeiten, achtet auf den Kinderschutz und verhandelt mit dem Vorstand über Geld und Zeiten für die Jugend.

Das Gesetz kennt dieses Amt nicht. Das BGB schreibt nur Vorstand und Mitgliederversammlung vor (§§ 26, 32 BGB); alles andere entsteht durch die Satzung (§ 58 BGB). Viele Sportvereine haben deshalb eine eigene Jugendordnung, die regelt, wie sich die Vereinsjugend organisiert, wer zur Jugendversammlung gehört und wer die Jugendleitung wählt. Gibt es keine, legt der Vorstand die Aufgaben fest. Die Sportjugend eures Landes hilft beim Aufsetzen.

Wie viel Arbeit das ist, hängt an der Größe: Bei zwei Jugendmannschaften macht der Jugendleiter vieles selbst, bei zwölf koordiniert er vor allem. Damit das Amt nicht an einer Person hängt, lohnt es sich, Aufgaben zu verteilen – Spielbetrieb, Veranstaltungen, Kinderschutz – und sie aufzuschreiben.

Aufgaben des Jugendleiters im Fußball und Handball

Im Fußball kommt der Spielbetrieb dazu: Mannschaften für die Saison melden, Spielberechtigungen für neue Spieler beantragen, Spiele ansetzen oder verlegen und am Spieltag dafür sorgen, dass Plätze, Kabinen und Schiedsrichter passen. Viele Jugendleiter planen außerdem Hallenturniere im Winter und Sichtungen für die Jahrgänge. Die Spiele der Jugendmannschaften stehen auf fussball.de.

Im Handball, Basketball oder Volleyball ist es ähnlich, nur mit Hallen statt Plätzen: Die Hallenzeiten sind knapper, oft von Schule und Stadt vorgegeben, und die Jugend konkurriert mit den Erwachsenen um die frühen Zeiten. Wer hier fair verteilen will, braucht feste Regeln vor der Verteilung – wie das geht, zeigt der Ratgeber Trainingszeiten fair verteilen.

In jeder Sportart gilt: Der Jugendleiter muss nicht alles selbst tun, aber wissen, wer was tut. Eine Übersicht, welche Mannschaft welchen Trainer, welche Zeit und welchen Platz hat, ist die wichtigste Arbeitsgrundlage – und die erste, die fehlt, wenn er einmal ausfällt.

Kinderschutz, Führungszeugnis und Juleica

Sportvereine haben eine eigene Verantwortung, Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen – so formuliert es die Deutsche Sportjugend (dsj), die Vereine dabei mit Material und Beratung unterstützt. Für den Jugendleiter heißt das: ein Schutzkonzept, das festlegt, wer ein erweitertes Führungszeugnis vorlegt, wer Ansprechperson ist und was im Verdachtsfall passiert.

Rechtliche Grundlage für das Führungszeugnis ist § 72a SGB VIII: Jugendämter sollen mit Trägern der Jugendarbeit vereinbaren, für welche Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen Ehrenamtliche ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Was in eurem Verein gilt, steht in dieser Vereinbarung oder eurem Schutzkonzept; die Sportjugend eures Landes berät euch dabei.

Die Jugendleiter-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Sie ist keine Pflicht für das Amt, weist aber eine Ausbildung nach. Wie ihr eine Jugendabteilung von Grund auf aufbaut, beschreibt der Ratgeber Jugendabteilung aufbauen.

Was VereinsNeo dem Jugendleiter abnimmt

Die meisten Rückfragen an Jugendleiter drehen sich um dieselben Dinge: Wer trainiert wann wo, findet das Training statt, wer hilft beim Turnier? In der Platzbelegung von VereinsNeo stehen Plätze, Hallen und Kabinen aller Mannschaften in einem Plan, und ein Konflikt ist sichtbar, bevor jemand speichert.

Vereinstermine wie das Jugendturnier oder den Platztag legt ihr einmal an, und jede Mannschaft hat sie in ihren Terminen; Spieler und Eltern sagen in „Mein Team“ zu oder ab. In der Helferliste steht, wie viele Helfer gesucht sind – wer mitmacht, tippt „Ich helfe mit“, die Karte zeigt etwa „4/6 Helfer“. Eine Mannschaft kann eine ganze Aufgabe übernehmen und sie in Teilaufgaben wie Kuchen, Theke und Aufbau teilen. Die Anwendung läuft in Deutschland, die Datenbank liegt in der EU.

Häufige Fragen

Was macht ein Jugendleiter im Verein?

Er organisiert die Jugendabteilung: Mannschaften und Trainer, Trainingszeiten und Spielbetrieb, Eltern und Turniere, Kinderschutz und Geld für die Jugend. Er vertritt die Jugend gegenüber Vorstand, Verband und Stadt. Was er allein entscheiden darf, regeln Satzung und Jugendordnung eures Vereins.

Was macht ein Jugendleiter beim Fußball?

Dasselbe wie in jedem Sportverein, dazu den Spielbetrieb: Mannschaften beim Landesverband melden, Spielberechtigungen beantragen, Spiele ansetzen oder verlegen und Heimspiele mit Plätzen und Kabinen planen. Die Spielpläne der Jugendmannschaften stehen auf fussball.de.

Muss ein Jugendleiter gewählt werden?

Das BGB schreibt kein Amt „Jugendleiter“ vor, also auch keine Wahl. Ob und von wem er gewählt wird, regeln eure Satzung und, wenn vorhanden, eure Jugendordnung. Oft wählt eine Jugendversammlung die Jugendleitung, und die Mitgliederversammlung bestätigt sie.

Wie wird man Jugendleiter?

Meist wächst man hinein: als Trainer, Betreuer oder engagiertes Elternteil, das mehr übernimmt. Formal werdet ihr gewählt oder berufen, wie eure Satzung es vorsieht. Lehrgänge für Jugendleiter bieten die Sportjugenden der Länder und die Fachverbände an.

Was ist der Unterschied zwischen Jugendleiter und Jugendwart?

Meist keiner. Jugendleiter, Jugendwart und Jugendleitung sind Namen für dasselbe Amt; manche Vereine verteilen es auf zwei Personen, etwa eine für den Spielbetrieb und eine für Freizeiten und Veranstaltungen. Entscheidend ist, was eure Satzung festlegt.

Braucht ein Jugendleiter die Juleica?

Für das Amt im Verein schreibt sie kein Gesetz vor. Die Jugendleiter-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit und weist eine Ausbildung nach. Ob euer Verein oder ein Förderprogramm sie verlangt, erfahrt ihr bei eurer Sportjugend.

Braucht ein Jugendleiter ein Führungszeugnis?

Oft ja. Jugendämter sollen mit Trägern der Jugendarbeit vereinbaren, für welche ehrenamtlichen Tätigkeiten ein erweitertes Führungszeugnis eingesehen wird (§ 72a Abs. 4 SGB VIII). Ob das für euren Jugendleiter gilt, steht in dieser Vereinbarung oder in eurem Schutzkonzept; die Sportjugend eures Landes berät euch dazu.

Wie viel Zeit kostet das Amt?

Im Sportentwicklungsbericht 2013/14 lag der Aufwand für die Jugendleitung im Schnitt bei 8,4 Stunden im Monat. Neuere Erhebungen weisen keine Stunden mehr aus. In der Praxis hängt es an der Zahl der Mannschaften und daran, wie viel Organisation an einer Person hängt.

Weiterlesen

Wie ihr eine Jugendabteilung Schritt für Schritt aufbaut, steht im Ratgeber Jugendabteilung aufbauen. Wie ihr Trainingszeiten gerecht vergebt, erklärt Trainingszeiten fair verteilen. Den Plan für Plätze, Hallen und Kabinen zeigt die Seite Platzbelegung, und wie neue Trainer gut ankommen, beschreibt Neue Trainer einarbeiten.

Quellen

Sozialgesetzbuch VIII: § 72a SGB VIII (Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen). Bürgerliches Gesetzbuch: § 26 (Vorstand), § 32 (Mitgliederversammlung), § 58 (Inhalt der Satzung).

Deutsche Sportjugend: Kinder- und Jugendschutz im Sport. juleica.de: Jugendleiter-Card. Sportentwicklungsbericht 2013/2014 (BISp), Zeitaufwand je Amt. Breuer/Feiler: Sportentwicklungsbericht 2023–2025 (DOSB/BISp), S. 34.

Stand: Oktober 2026. Was eure Satzung und Jugendordnung sagen, gilt. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

Im Einsatz beim PSV HannoverFaire Platzvergabe nach RegelnDesktop & MobilePlätze · Kabinen · Teams

VereinsNeo ist die Software für Platz-, Hallen- und Kabinenbelegung in Sportvereinen: Sie verteilt Trainingszeiten fair über alle Plätze und Hallen, übernimmt Spielpläne automatisch – von fussball.de und, für Handball und Basketball, aus dem Spielbetrieb der meisten Verbände – und verhindert Doppelbelegungen, auch vereinsübergreifend für Spielgemeinschaften (JSG). Dazu kommen die Mannschaft mit Zu- und Absagen, Diensten und Mannschaftskasse (Beta), Anträge, die Einarbeitung neuer Trainer, Kader und Bewertung sowie die Verbandspost.

„VereinsNeo verwaltet unsere 30+ Mannschaften, 3 Plätze und Kabinen digital. Eine enorme Zeitersparnis für unser Ehrenamt.“

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